Wann bringt eine PV-Anlage wirklich was?

Photovoltaik aufs Dach, Stromkosten senken und möglichst unabhängig vom Energieversorger werden – so einfach klingt die Rechnung. In der Praxis entscheidet aber nicht allein die Größe der Anlage darüber, ob sich Photovoltaik wirklich auszahlt. Entscheidend ist, wie gut Erzeugung, Verbrauch, Speicher und intelligentes Energiemanagement zusammenspielen. Wir haben uns das genauer angesehen.
ronald@ivalu.eu
Expensive and futuristic home with blue solar photovoltaic panels for producing clean ecological electric energy. Investing in renewable electricity. Water solar panels.
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© Grüne Immobilien

Mehrere Faktoren spielen eine Rolle, wenn es um die Effizienz von Photovoltaikanlage geht: die Größe und Ausrichtung der Anlage, der Stromverbrauch im Haushalt, der Zeitpunkt des Verbrauchs und vor allem auch Speicher und intelligentes Energiemanagement.

Wer eine PV-Anlage plant, sollte deshalb in einem ersten Schritt den eigenen Energiebedarf und dessen zukünftige Entwicklung kennen. Denn eine Anlage, die heute gut dimensioniert erscheint, kann schon in wenigen Jahren anders bewertet werden, wenn etwa eine Wärmepumpe, ein Elektroauto oder eine Klimatisierung dazukommen. All diese Überlegungen müssen als von Anfang an mitgedacht werden. 

Wie groß sollte eine PV-Anlage sein?

Ein aktueller Beitrag von CHIP greift dafür eine einfache Faustregel des Photovoltaik-Experten Peter Bachmann auf: Stromverbrauch im Haushalt mal 1,5 ergibt die PV-Anlagengröße; PV-Anlagengröße wieder mal 1,5 ergibt die Speichergröße. Ein Haushalt mit rund 5.000 kWh Jahresverbrauch landet nach dieser Faustregel bei ungefähr 7,5 kWp.

Wichtig ist dabei, wie bereits geschrieben, nicht ausschließlich den aktuellen Stromverbrauch heranzuziehen, denn der Stromverbrauch wird in den kommenden Jahren dank Wärmepumpe, Elektroauto oder zusätzliche Kühlung nur steigen. Wer über ausreichend geeignete Dachfläche verfügt, sollte diese Entwicklung bereits bei der Planung berücksichtigen und von Anfang an die mögliche Fläche komplett ausnutzen, das erspart späteres Nachrüsten. Photovoltaikmodule sind zudem heute vergleichsweise günstig verfügbar. 

Für Österreich liefert Photovoltaic Austria eine grobe Orientierung zum Ertrag: Je nach Region, Ausrichtung, Aufstellung und Anlagenqualität können langfristig etwa 700 bis 1.100 kWh Strom pro installiertem kWp und Jahr erzeugt werden. Eine 7-kWp-Anlage kann damit mehrere tausend Kilowattstunden Strom pro Jahr produzieren. Wie viel davon tatsächlich die eigene Stromrechnung reduziert, hängt allerdings stark davon ab, wann dieser Strom genutzt wird.

Der Speicher macht den Unterschied

Photovoltaikanlagen produzieren tagsüber wenn die Sonne scheint. In den meisten Haushalten ist der Stromverbrauch zu dieser Zeit allerdings relativ gering, weil Bewohner:innen außer Haus sind. Größere Verbrauchsspitzen entstehen dagegen häufig morgens und am Abend.

Nur ein Teil des erzeugten Solarstroms wird deshalb direkt genutzt, während überschüssige Energie ins Netz eingespeist wird. Am Abend muss wiederum Strom aus dem Netz bezogen werden. Je höher der Anteil des selbst genutzten PV-Stroms ist, desto stärker kann eine Anlage in der Regel die laufenden Stromkosten reduzieren. An diesem Punkt werden Batteriespeicher interessant.

Ein Stromspeicher ermöglicht es, überschüssige Solarenergie vom Nachmittag in die Abend- und Nachtstunden zu verschieben. Strom, der sonst ins Netz eingespeist worden wäre, kann später beispielsweise fürs Kochen, für Haushaltsgeräte, die Wärmepumpe oder das Laden eines Elektroautos verwendet werden.

Die Faustformel PV-Anlagengröße mal 1,5 ergibt die Speichergröße kann eine erste Größenordnung liefern, ersetzen aber natürlich keine individuelle Planung. Ein Haushalt mit hohem Abendverbrauch benötigt möglicherweise einen anderen Speicher als ein Haushalt, der einen großen Teil seines Stroms bereits tagsüber nutzt.

Intelligentes Energiemanagement

Ein Speicher allein macht das System aber noch nicht intelligent. Mit dynamischen Stromtarifen bekommt noch ein weiterer Faktor größere Bedeutung: der Zeitpunkt, zu dem Strom aus dem Netz bezogen wird. Strompreise verändern sich im Tagesverlauf. Dadurch kann es zeitweise wirtschaftlich sinnvoll sein, Strom günstig aus dem Netz zu beziehen oder einen Speicher gezielt zu laden, während zu anderen Zeiten möglichst viel eigener PV-Strom genutzt wird.

Moderne Energiemanagementsysteme können diese Entscheidungen automatisieren. Sie berücksichtigen beispielsweise PV-Produktion, Ladezustand des Speichers, aktuellen Verbrauch und Strompreise und steuern die einzelnen Komponenten entsprechend. Aus einer klassischen PV-Anlage wird dadurch ein vernetztes Energiesystem aus Erzeugung, Speicherung, Verbrauch und Strommarkt.

Power Profit verbindet PV, Speicher und Strommarkt

Diesen Ansatz verfolgt auch unser Produkt Power Profit. Power Profit kombiniert einen CO₂-neutralen Daily-Spot-Börsentarif mit Stromspeicher und intelligenter Lastensteuerung. Eine bestehende Photovoltaikanlage kann in das System integriert werden.Die Software berücksichtigt laufend die verfügbaren Energiequellen und steuert, wann eigener Solarstrom genutzt, Energie gespeichert oder Strom aus dem Netz bezogen wird.

Gerade bei Haushalten mit Photovoltaikanlage eröffnet das zusätzliche Möglichkeiten, denn überschüssiger PV-Strom muss nicht unmittelbar verbraucht werden, während gleichzeitig günstige Börsenpreise gezielt genutzt werden können.

Abhängig von Verbrauch, Ausgangssituation und Marktbedingungen können dadurch mögliche Einsparungen bei den Stromkosten von 20 bis 60 Prozent sowie eine CO₂-Reduktion von bis zu 89 Prozent möglich werden. Die tatsächlichen Werte hängen vom individuellen Verbrauchsprofil und der jeweiligen Marktsituation ab.

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Also zurück zu unserer Upsrungsfrage: Wann bringt eine PV-Anlage also wirklich etwas?

Eine Photovoltaikanlage lohnt sich vor allem dann, wenn sie passend zum Gebäude und zum tatsächlichen Energiebedarf geplant wird. Dazu gehört der eigene Verbrauch, zukünftige zusätzliche Verbraucher, der Eigenverbrauchsanteil, ein sinnvoll dimensionierter Speicher und die Steuerung des gesamten Systems. All diese Komponenten beeinflussen die Wirtschaftlichkeit der Anlage.

Wer diese Komponenten aufeinander abstimmt, kann einen wesentlich größeren Teil der selbst erzeugten Energie nutzen und gleichzeitig flexibler auf Strompreise reagieren. Photovoltaik entwickelt sich damit von einer einzelnen technischen Anlage zu einem Bestandteil des gesamten Energiemanagements eines Gebäudes. Und genau darin liegt der wesentlicher Teil ihres wirtschaftlichen Potenzials.